Bei diesen Kauftips wurde versucht an alles Wichtige zu denken:

 

Utensilien:

Kleiner Magnet, Taschenlampe, 2. Person, wenn möglich  zwei Auffahrrampen und zwei ca. 50 cm lange und 2-3 cm dicke Holzplatten.

Der Wagen sollte keinen heruntergekommenen Eindruck machen. Matter Lack, gerade häufig bei roten MR2, weist auf mangelnde Pflege hin und ist oft nicht mehr zu polieren. Ist der Innenraum auch nicht gepflegt (Flecken, Brandlöcher, Müll unter den Sitzen), würde ich gleich Abstand nehmen, denn wer so mit seinem Auto umgeht, schreckt auch vor dem Motorquälen nicht zurück. Wenn der erste Eindruck positiv ist, geht's weiter in die Details:

 Der Lack:

Er sollte einheitlich sein, also keine Stellen, die wie neu aussehen, wenn der Rest schon älter ist. Das könnte ein Unfall gewesen sein.

Spuren von Nachlackieren kann man besonders an den Blechkanten, Gummidichtungen und Anbauteilen (Leuchten etc.) erkennen. Bei diesen Anzeichen eine plausible Erklärung, am besten durch Rechnung über die Arbeiten, verlangen. Wenn hier drum herum geredet wird, am besten Hände weg. Wenn man unsicher ist, ob eine Stelle mit Spachtel bearbeitet worden ist, hilft der Magnet: Fällt er ab, ist das Blechteil repariert worden. Auch hier gilt, am besten Rechnung zeigen lassen.

Das Blech:

Fugen zwischen den Karosserieteilen müssen einheitlich gross sein. Bei deutlichen Unterschieden können auch Reparaturen vorgenommen worden sein - Nachfragen! Dann dicht und parallel zu den großen Blechflächen an Seiten und vorderer Kofferraumhaube gegen das Licht schauen. Hier sollten mögliche großflächige Blechdellen und Knicke erkennbar werden.

Targadächer:
Sie werden sehr gerne Undicht, darauf achten, das diese richtig schließen und die Dichtungen nicht defekt sind.

Der Rost:
Bitte auch im Techniksector das
Rostspezial beachten!
Der MR2 ist hat einige Stellen wo es zu Durchrostung kommen kann. Die Schwachstellen sind hintere Radläufe, bei Schmutzfängern darunter, sowie unter den Kunstoffabdeckungen vor den Hinterrädern.

 

An den vorderen Kotflügeln direkt unten zu den Türen hin, da sich dort fast immer Laub sammelt und fault. Auch die hintere Kofferraumkante bei geöffnetem Deckel unter der Dichtung rostet gern. Die    A-Säulen rosten, wenn der Wasserablauf der Targadächer / Schiebedach nicht richtig funktioniert.

Vorderer Kofferraum: Hier sollte die mit mehreren Plastikschrauben gesicherte Abdeckung über dem Kühler und Kondensator (bei Klimaanlage) abgenommen werden. Jetzt sieht man hinter die Kulissen. Flugrost ist nicht bedenklich.

Auch sieht man hier, ob der Kondensator bzw. Kühler stark verschmutzt ist. Schwerer zu kontrollieren, da mehrere Plastikteile entfernt werden müssen und  die Scheinwerfersicherung gezogen werden muß, sind die Gehäuse der Scheinwerfer. Auch um die Kontakte der Türelektrik soll es öfter zu  Rost kommen.

Hier die Abdeckung hinter der Domstrebe entfernen

und den Hauptbremszylinder und Kupplungszylinder auf Undichtigkeit nach Aussen prüfen. Bei laufendem Motor nach Blasen im Klimaschauglas (Anzeichen für leere Anlage) schauen  (Taschenlampe). Doch Achtung: Ist die Anlage komplett leer, sieht man auch keine Blasen. Hier die Kühlleistung der Anlage im Innenraum testen.

Der Innenraum:

Beim fast immer vorhandenen E-Paket (Fensterheber, Außenspiegel und Zentralverriegelung) alle Funktionen ansteuern. Der Fensterheber neigt dazu, dass die Fensterscheibe beim Herunterfahren erst ein wenig fällt. Das liegt an abgebrochenen Zähnen des Hebergetriebes. 
Dann die Sitz- und Lenkradverstellung prüfen. Wenn man schon mal im Fahrzeug sitzt, einfach mal einen Blick über das Armaturenbrett werfen. Gerade bei den amerikanischen Importen gibt es häufiger Risse. Dann mal unter die Sitze fassen und die Fußmatten hochheben. An diesen Stellen schimmelt es gerne, wenn die Targadächer undicht sind. Unter dem Fahrersitz kann ein Toyota-Aktivbass angebracht sein. Ist das der Fall, Radio anschalten und ausprobieren ob er funktioniert. Über die Qualität dieser Anlage kann man geteilter Meinung sein, ich wollte es nur mal erwähnen.
Ein durchgewetzter Teppichboden ist genauso ein Indiz für hohe Laufleistung, wie abgetretene Pedalgummis. Hat hier der Wagen laut Kilometerzähler nur wenig gelaufen, sollte man vorsichtig sein.

Motor:

Bei einem klinisch-reinem Motorraum, sollte man nach der Probefahrt nochmals schauen, ob Öl austritt. Typische Stellen dafür sind: Unter dem Verteiler,

da hier ein Dichtring (30 min Arbeit und ca. 5 Euro) fast immer hart wird. Auch die Simmerringe an den Nockenwellen und die Antriebswellen (sieht man unter dem Auto)

)

werden teilweise undicht. Ist die Ansaugbrücke am Motorflansch feucht und dreckig, so muß unter Umständen eine oder beiden T-VIS Dichtungen ersetzt werden. Weiße Ränder und Ablagerungen an Kühlschläuchen und Wasserpumpe sind Anzeichen für Lecks des Kühlsystems. Der Block reisst gerne bei den älteren Motoren mit 3 Versteifungsrippen. Ein Blick gilt also dem Ausgleichsbehälter! Der Wasserstand muß zwischen den beiden Markierungen sein. Bei laufenden Motor darf das Wasser nicht “blubbern”, das würde auf eine defekte Kopfdichtung hinweisen. Die Kühlflüssigkeit darf nicht ölig sein und auch nicht danach riechen.

Apropos Öl: Den Peilstab

 

ziehen und den Stand prüfen. Der 4A-GE benötigt immer einen optimalen Ölstand, Erfahrungswerte zeigen, das er im oberen Viertel zwischen der unteren und oberen Markierung stehen soll. Ist der Ölstand am Minimum, ist es ein Risiko. Wer weiss, ob der Ölstand nicht des Öfteren unter dieses Minimum gefallen ist.

Und es gibt eben Zwei Dinge, mit denen man einen 4A-GE zerstören kann: Kein Öl und kalt Hochdrehen!

Dann mal am Öl riechen, es darf nicht nach Kraftstoff riechen. Ist es aber der Fall, können viele Kurzstrecken, seltene Ölwechsel und seltener defekte Kolbenringe sein.

Es darf auch kein Wasser im Öl sein, das deutet auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hin. Ist im Öl Metallabrieb zu sehen, so könnten Lager oder Kolbenringe verschlissen sein. Jetzt kann man den Öleinfüllstuzen öffnen. Schaum im Inneren des Deckels sollte nicht zu sehen sein (Wasser im Öl, kann die Kopfdichtung sein). 

Das Fahrwerk:

Die Reifen müssen gleichmäßig abgefahren sein. Leicht verschlissene Außenschultern rühren von schnell gefahrenen Kurven her. Sind diese oder die Inneren stark abgefahren, so ist die Achsgeometrie wahrscheinlich nicht korrekt. (Einstellen ca. 100 Euro). Hat der Reifen Auswaschungen in der Lauffläche, sind die Stossdämpfer verschlissen. Bei Alufelgen sollten keine Salzschäden und Bordsteinmacken zu sehen sein. Das jeweilige Rad oben und unten (wenn der Wagen aufgebockt ist) am Reifen packen und versuchen zu Kippen. Steht der Wagen noch dann mit beiden Händen oben am Reifen fassen und ebenfalls versuchen zu kippen (in diesem Fall funktioniert der Test nur eingeschränkt). Es sollte nicht fühlbar möglich sein das Rad zu bewegen, denn sonst sind die Radlager defekt.

Nun durch die Felge mit der Taschenlampe an den Bremssattel leuchten, die Beläge sollten noch deutlich Reibmaterial haben. Die Bremsscheibe sollte keinen starken Grad  (mit Fingernagel prüfen) noch Rillen oder blau schimmernde Farben (Überhitzung) haben. Die Bremsschläuche dürfen keine Risse oder sogar Beulen haben.

Nun die Holzbretter vor die vorderen Reifen legen und die Rampen davor (sonst ist der MR2 zu tief). Jetzt mal unter den Vorderwagen legen und die Spurstangen- köpfe anschauen. Es darf kein Fett austreten. Die Gummilager der Stabilisatoren sollten auch nicht so aussehen, als ob sie gleich zerbröseln. Die Spurstangenköpfe dürfen auch nicht ausgeschlagen sein, dies ist an zu viel Spiel erkennbar.

 

Jetzt mit den hinteren Rädern auf die Rampe Fahren. Den Motor und das Getriebe von unten anschauen. Auch hier die Spurstangenköpfe kontrollieren. Und die Achsmanschetten Überprüfen. Bei der Gelegenheit kann man auch den Auspuff anschauen.

 

Die Probefahrt: Wenn man im Auto sitzt den Motor starten (vorher am besten verabreden, das der Motor kalt sein sollte). Er sollte sofort anspringen und rund laufen.

Bei kalter Witterung sind Leerlaufdrehzahlen zwischen 1800 und 2000 möglich, wenn sie dann langsam fallen ist alles in Ordnung.

Jetzt auf das Bremspedal treten und halten, der Druck darf nicht weniger werden! Dann in den 4 Gang schalten und 2000 1/min Umdrehungen halten. Normal einkuppeln. Der Motor sollte schnell absterben, wenn nicht, rutscht die Kupplung. Dann die Kupplung treten und nach ca. 2-3 Sekunden das Getriebe durchschalten. Es darf nicht kratzen, wenn doch, trennt die Kupplung nicht.

Dann die Beleuchtung durch schalten, die mitgebrachte Person soll außen schauen. Lüftung und Klimaanlage kontrollieren. Lenkradspiel checken: Am Lenkrad drehen bis sich die Räder anfangen zu bewegen. Der Weg zwischen dem Anfang der Drehung und dem Zucken der Räder darf zwei Finger Breite, nicht Überschreiten. Jetzt geht es mit der Probe fahrt los, die zweite Person sollte hinter dem MR2 her fahren und auf die Farbe des Abgases achten. Beim Fahren sollten kein Klappern im Innenraum zu hören sein. Der Motor sollte gleichmässig Hochdrehen (natürlich nur wen er warm ist!) und nicht Rucken oder metallisch klappern, so als ob ein Hammer gegen einen Amboss schlägt (das könnte ein Lagerschaden oder Kolbenkipper sein). Beim Hochbeschleunigen darf das Abgas nicht schwarz (zuviel Kraftstoff), blau (zu viel Öl (verklebte/verschlissene Kolbenringe, kommt öfter vor) oder weiß (Wasser = defekt an der Kopfdichtung) sein. Wenn man nach dem Beschleunigen vom Gas geht, darf es nicht blau Qualmen, sonst sind meist die Ventilschaftdichtungen defekt.
Im Schiebebetrieb darf der Motor nicht knallen  (sonst Auspuffanlage undicht).
Der MR2 sollte mindestens die 200 laut Tacho auf ebener Strecke erreichen, wenn er gesund und munter ist.
Ein lautes Heulen kann ein Getriebeschaden sein. Wenn der 5 Gang beim Gaswegnehmen zurück springt, ist das ein häufiger Verschleiß des Getriebes beim MR2. Wenn er nicht total raus springt, kann man teilw. noch lange damit fahren. Ansonten muss meist eine Teilreperatur des Getriebes in Betracht gezogen werden.

Das Fahrwerk darf nicht Poltern, macht es dies trotzdem, können Fahrwerksteile verschlissen sein (gerade die Stabilisatorenlager, vorderen Zugstreben ). Es kommt oft vor das das Lenkrad ab ca. 80 km/h bis ca. 120 km/h flattert. As kann zum einen von schlecht gewuchteten Rädern kommen, aber oft ist auch die Kunststoffbuchse an der rechten Seite des Lenkgetriebes ausgeschlagen.

Wenn der Verkehr es zuläßt, sollte aus etwa 50 km/h abgebremst werden. Die Bremse muss gleichmässig ziehen und nicht rubbeln (typische Schwachstelle). Die hinteren Bremssättel gehen auch ab und zu (gerade nach langem Stehen) fest. Hier mal die Hand vorsichtig (Verbrennungsgefahr je nach vorheriger Belastung der Bremse) in die nähe der Bremsen halten, ist eine Radbremse heisser als die Andere kann der Bremssattel fest sein.

Kommt man nach der Probefahrt wieder, Motor aus machen. Und nach ca. 1 min wieder starten. Er sollte auch sauber anspringen. Den Ausgleichsbehälter (nicht den Wassereinfüllstutzen!!) des Kühlsystems Öffnen, es darf nicht schwallartig Flüssigkeit herausgedrückt werden oder Schaum zu sehen sein (sonst eventuell Kopfdichtung def.)

 

Die Papiere: Je mehr Vorbesitzer und je jünger diese sind, desto schlechter für den MR2!! Bei mehr als 3 Vorbesitzern würde ich noch genauer den Wagen prüfen. Das gilt auch bei sehr jungen Vorbesitzer.